Nach neun Siegen in Folge verlieren die Ottobeurer Handballer ausgerechnet gegen einen direkten Kontrahenten im Aufstiegsrennen: Gegen Simbach setzt es eine 28:33-Heimpleite.
Ottobeuren Als in der Ottobeurer Sporthalle die markante Schlusshupe ertönt und damit die bittere 28:33 (14:17)-Heimniederlage des TSV Ottobeuren (TSVO) in der Handball-Oberliga gegen Mitaufstiegsanwärter TSV Simbach besiegelt ist, macht sich bei Spielern und Zuschauern große Ernüchterung breit. Der Grund: Durch diese ärgerliche Pleite haben die Gelb-Schwarzen im engen Aufstiegsrennen einen Big Point, also eine große Chance, ungenutzt gelassen. Abgesehen davon, haben sie mit nunmehr 22:6 Punkten weiterhin ein gutes Blatt in der Hand.
Nach einem zähen Start (Zwischenstand 1:5) holt Gerd Römer (58) seine Spieler bereits in der sechsten Minute zu einer Auszeit zusammen. Der Cheftrainer des TSVO erklärt die entsprechenden Hintergründe wie folgt: „Wir sind nicht in unseren Rhythmus gekommen, weil wir nicht mit unserer Stammformation beginnen konnten.“ Im weiteren Verlauf übernehmen die Allgäuer zwar kurzzeitig die Führung (11:10), doch zur Pause führen die Gäste aus Niederbayern 14:17.
Im zweiten Abschnitt steigern sich die Ottobeurer dann erkennbar. Doch den vielen Stammzuschauerinnen und -zuschauern entgeht indes nicht, dass die Hausherren an diesem Abend in allen Belangen deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben. Und so verlieren sie das wichtige Spitzenspiel letutlich – verdientermaßen – mit 28:33. Coach Römer liefert anschließend eine gleichermaßen treffende wie schonungslose Analyse: Ruhig und besonnen kritisiert er, dass „uns im ganzen Spiel die Aggressivität gefehlt hat.“ 15 technische Fehler, das sei deutlich über dem Mittelwert, habe man produziert und sich „Fehlpässe im großen Stil“ geleistet. Der frühere Bundesliga-Coach von Frischauf Göppingen bemängelt zudem, dass seine Akteure „verunsichert agiert“ hätten und dass eine „gewisse Hektik und Unruhe“ Einzug gehalten habe. „Und leider war es auch so, dass wir unsere Jobs in Abwehr und Angriff nicht richtig gemacht haben.“ Interessant auch: Während der Trainingswoche habe sich bei seinen Akteuren eine Haltung eingeschlichen nach dem Motto „Das Simbach-Spiel schaffen wir schon irgendwie.“ Die ambitionierten Ziele des Württembergers bleiben indes bestehen. Er sinniert: „Es wäre schon cool, wenn wir aufsteigen würden und uns dann in der Regionalliga etablieren könnten.“ Noch ist nichts verloren. Denn auch Gerd Römer weiß: Die Ottobeurer haben weiterhin ein gutes Blatt in der Hand. (dp)
> Am kommenden Samstag, 7. Februar, gastieren die Ottobeurer ab 19.30 Uhr beim Tabellen-Vierten ASV Cham. (dp)
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So haben sie gespielt
- Ergebnis: TSV Ottobeuren – TSV Simbach 28:33 (14:17).
- Kader TSVO: Torhüter Lukas Hoffmann, Daniel Laszlo – Feldspieler Luca Kaulitz (3), Fabian Nägele (7), Lukas Haug (1), David Willert (4), Moritz Schneider (3), Sven Osterrieder, Niklas Christ, Tim Kaulitz (2), Daniel Whyte (1), Alexander Rogg, Félix Füry (6 Tore/davon 1 Siebenmeter), Philip Esslinger und Jakob Mayer (1).
- Schiedsrichter: Sebastian Dobler und Clemens Kiesewalter (Eintracht Dachau-Karlsfeld/HSG B-One Ottobrunn).
- Zuschauer: 450. (dp)