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Handball-Bayernliga   Trotzdem handeln sich TSVO-Männer gegen Lohr ärgerliche Heimpleite ein – Schiedsrichter rücken in den Brennpunkt

 

Ottobeuren Es läuft die zweite Halbzeit in der Ottobeurer Sporthalle beim Bayernliga-Heimspiel des TSV Ottobeuren gegen den TSV Lohr, das die Gastgeber am Ende sehr unglücklich mit 27:28 (14:13) verlieren sollten. Die Handball-Partie ist sehr ausgeglichen, das Geschehen zwischen dem Aufsteiger und dem Liga-Urgestein wogt beständig hin und her, auf dem Feld geht`s intensiv und spannend zu. Dann kommt der Moment, als Schiedsrichter Günther Börkey endgültig zum Buhmann der Zuschauer wird. Nach einer umstrittenen Aktion folgen zum wiederholten Male erregte Diskussionen zwischen Börkey, dessen Kollege Rudolf Holzner und den „Machern“ beider Vereine. Dann inszeniert sich Börkey - jetzt im Blickfeld aller Zuschauer - gestenreich im Stile eines Konzert-Dirigenten. „So ein Selbstdarsteller! Ein guter Schiri ist der, der nicht auffällt“, kommentiert ein langjähriger Stammzuschauer die Szene. Der nach dem Match sichtlich genervte Berkessel sagte nach dem Match vielsagend: „Wir mussten heute nicht nur gegen sieben gegnerische Akteure ankämpfen.“ Fakt ist: Die erfahrenen „Schiris“ aus Oberbayern hatten das Spiel meist nicht im Griff und trugen mit merkwürdigen Entscheidungen zu einer aufgeheizten Atmosphäre bei. Das wäre ja nicht so tragisch, hätte die Konstellation Börkey-Holzner-TSVO nicht schon in den letzten Jahren immer wieder sehr diskussionswürdige Momente hervorgebracht. Jetzt aber zum Spielverlauf: Aufsteiger Ottobeuren begann konzentriert und mit flüssigen Angriffskombinationen. Folgerichtig führten die Unterallgäuer nach einer knappen Viertelstunde mit 6:4. Nach 26 Minuten stand`s 13:10, dies war Ottobeurens höchste Führung in der Partie überhaupt. Die Lohrer nahmen nun eine einminütige Auszeit. Zur Pause führte der TSVO dann nur noch mit 14:13. In der zweiten Hälfte kämpften die Ottobeurer „wie die Löwen“, lobte Coach Berkessel hinterher. Und er hatte damit Recht. Dazu passen die acht Tore des durchsetzungs- und kampfstarken Kreisläufers Christian Schaupp, den die Niederlage derart nervte, dass er unmittelbar nach Spielschluss nicht mit der MZ sprechen wollte. Verständlich, denn wer zwei Minuten vor Schluss durch Luca Kaulitz` Tor mit 27:26 führt, somit den ersten Heimsieg vor Augen hat, und letztlich dann doch noch hauchdünn verliert, der darf frustriert sein. „Wir hätten heute die Qualität gehabt, die Punkte zu behalten“, ärgerte sich Coach Berkessel. „Uns hat aber in manchen Momenten die Kaltschnäuzigkeit gefehlt.“ Nicht nur das. Auch eine souveränere und sachlichere Spielleitung hätte dem Spiel gutgetan ... (dp)

 

TSV Ottobeuren – TSV Lohr 27:28 (14:13)

TSVO   Thoran Mayer, Dino Zubac (Torhüter); Tim Ramsauer, Patrick Kofler (5 Tore), Fabian Nägele, Daniel Dündar, György Szovszki (2), Karlo Tomic (1), Luca Kaulitz (2), Zsolt Novak (4), Michael Höbel, Christian Schaupp (8), Miklos Szücs (5/4).

Schiedsrichter Günther Börkey / Rudolf Holzner (TSV Herrsching/TSV Großhadern).

Zuschauer         400         

 

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung (dp)

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