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im Allgäu

Handball-Bayernliga Ottobeurer erkämpfen Überraschungs-Remis gegen starken Gegner – Den Abstieg werden sie aber nicht mehr verhindern können

 

Ottobeuren   Privat spielt Karlo Tomic gerne mal eine Partie Freiluft-Schach auf dem Großfeld. Beim jüngsten Handball-Heimspiel seines TSV Ottobeuren hätte der 26-jährige Kroate nun Gegner DJK Waldbüttelbrunn schachmatt setzen können. Sekunden vor Schluss scheiterte der Rechtsaußen aber bei seinem   schnellen Tempogegenstoß-Alleingang am beherzt parierenden Gäste-Keeper. Für den besten Ottobeurer Werfer des Abends wäre es der achte Treffer gewesen. So aber wurde es nichts mit einem möglichen Überraschungssieg für den Aufsteiger im Duell mit dem Tabellen-Zweiten. Und dennoch: Mit dem tatsächlich erreichten 25:25 (11:13)-Unentschieden konnten die Unterallgäuer letzten Endes gut leben. Zumal sie sofort wussten, dass ihnen selbst ein Sieg höchstwahrscheinlich nicht mehr zum Klassenerhalt gereicht hätte. Nach der Punkteteilung ist die Wahrscheinlichkeit für den Ligaverbleib nun auf etwa 1:99 gesunken. Rein rechnerisch ist der Abstieg noch nicht amtlich.

Zum Spiel: Lediglich rund 250 Zuschauer in der nur lückenhaft besetzten Dreifach-Sporthalle bedeuteten Minuskulisse in der laufenden Saison. Auf dem Feld begannen die Ottobeurer etwas zu kompliziert und „zu wenig geradlinig“ (Trainer Denny Berkessel). Nach einer Viertelstunde lagen sie mit 5:7 im Hintertreffen, nach 25 Minuten betrug der Abstand bereits fünf Treffer (7:12). Alles wie erwartet beim Duell des Vorletzten gegen den Zweiten, mag mancher Besucher gedacht haben. Doch dann drehten die Hausherren kurzzeitig auf: Dusko Trifunovic mit zwei Toren, Michael Höbel und Luca Kaulitz verkürzten so bis zur Pause auf 11:13. Schwache Torabschlüsse sorgen anfangs des zweiten Abschnitts dafür, dass die Ottobeurer, bei denen auch Spieler aus der zweiten Reihe Spielzeit bekamen, bis zur 46. Minute wieder deutlicher zurückfielen – 15:21 hieß es nun. Zehn Minuten vor dem Ende führten die unterfränkischen Gäste mit vier Toren Vorsprung, als TSVO-Coach Berkessel eine letzte Auszeit nahm. Deren Wirkung war eindrucksvoll: Ähnlich wie in der ersten Hälfte lieferten die Allgäuer auch jetzt einen druckvollen Schluss-Akkord, der ihnen unter dem Strich immerhin einen nicht erwarteten Teilerfolg einbrachte. „Zunächst hat uns ein bisschen das Selbstvertrauen gefehlt“, sagte Trainer Berkessel nach der Partie. „Später ist dann ein Ruck durch`s Team gegangen. Da hat man gesehen, welch klasse Moral in dieser Truppe steckt.“ (dp)

 

TSVO Thoran Mayer, Dino Zubac (Torhüter) – Patrick Kofler, Fabian Nägele, Filip Matijevic (1 Tor), Dusko Trifunovic (5), György Szovszki (5), Daniel Dündar, Karlo Tomic (7 Tore/davon 1 Siebenmeter), Luca Kaulitz (2), Zsolt Novak, Michael Höbel (3), Christian Schaupp (2).

Schiedsrichter Benjamin Flohr/Stefan Murrmann (MTV Stadeln/TSV Altenfurt).

Zuschauer 250.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung (dp)

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