Die Handballerinnen des TSV Ottobeuren gewinnen das Spitzenspiel in Gilching dank einer furiosen zweiten Halbzeit mit 27:22. Warum sie im Aufstiegsrennen nun gleich fünf Matchbälle haben.
Ottobeuren/Gilching Diese Situation gibt es im Sport immer wieder mal: Wenige Spieltage vor dem Saisonende steht eine Mannschaft bereits extrem dicht vor dem Gewinn einer Meisterschaft, doch rein rechnerisch könnte sie von einem Widersacher noch abgefangen werden. Auch auf die Bezirksoberliga-Handballerinnen des TSV Ottobeuren (TSVO) passt diese Lage-Beschreibung momentan ganz gut. Denn die haben nach ihrem 27:22 (9:13)-Sieg bei Verfolger TSV Gilching mit ihren 33:1-Zählern nun satte neun Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Gilchingerinnen. Außerdem haben sie den direkten Vergleich gegen ihren Rivalen klar gewonnen. Die TSVO-Frauen brauchen aus den verbleibenden fünf Partien also nur noch einen von zehn möglichen Zählern, dann steigen sie sicher als Meister direkt in die Oberliga auf. Wobei es in der langen Historie des Sports selbst bei noch so klar erscheinenden Konstellationen Beispiele für ein dramatisches Scheitern gibt: So vergab der italienische Tennis-Spieler Giorgio de Stefani im Jahr 1930 in einem Davis-Cup-Match gegen den US-Amerikaner Wilmer Allison gleich 18 Matchbälle. Am Ende ging er als Verlierer vom Platz. Dies aber nur am Rande.
Beim Spitzenspiel der Ottobeurer Frauen in Gilching gelingt den Gastgeberinnen ein starker Beginn: Nach den ersten zehn Minuten führen sie mit 5:4. Die TSVO-Frauen haben im weiteren Verlauf Mühe, zu ihrer Form zu finden. Im Angriff wirken sie zu wenig zielstrebig und leisten sich überdies zu viele technische Fehler. Zur Pause führt Gilching mit 13:9.
Gestärkt durch eine „kluge Kabinenansprache von Cheftrainerin Bettina Freymann“ (O-Ton von Co-Trainer Thomas Lang) präsentieren sich die Gelb-Schwarzen im zweiten Durchgang deutlich verbessert. Mit ihrem schnellen Umschaltspiel schaffen sie es, den Rückstand in eine Führung zu verwandeln (20:21) – und anschließend weiter nachzulegen (Zwischenstand 21:26). Auch von einer Lang zufolge überzogenen Roten Karte gegen die Ottobeurer Kreisläuferin Franziska Dittmann lassen sich die Gäste nicht beirren. Die Gilchingerinnen haben in der Schlussphase dann „keine Antwort mehr parat“, sagt Lang. Als schließlich der 27:22-Erfolg des TSVO feststeht, spielen sich auf Gäste-Seite überschäumende Jubelszenen ab. Co-Trainer Lang freut sich über eine „hervorragende kämpferische Leistung und einen verdienten Sieg.“ (dp)
> Am nächsten Samstag, 28. Februar, empfangen die Ottobeurer Frauen ab 17.45 Uhr das Top-Team des TSV Murnau. (dp)
- Ergebnis TSV Gilching – TSV Ottobeuren 22:27 (13:9).
- Kader TSVO Torhüterinnen: Jessica Hecker, Laura Renger – Feldspielerinnen: Melanie Würsig (5 Tore/davon 3 Siebenmeter), Bianca Willner (4), Katharina Fries, Carolin Knittl (1), Emily Hackl, Franziska Dittmann (1), Deliah Abraham, Lena Seefelder (1), Andela Vokic (6), Francesca Holland (3), Romana Albrecht (3), Lisa Haggenmüller und Anna Hofferek (3).
- Rote Karte: Franziska Dittmann (TSVO/38. Minute).
- Schiedsrichter: Sebastian Buhlmann und Andrei Pankler (TSV Murnau/TSV Landsberg).
- Zuschauer: 200. (dp)