„Es ging halt einfach um nichts mehr“

Im ersten Spiel nach dem Aufstieg gelingt den Ottobeurer Handballerinnen ein 39:27-Erfolg in Weßling. Warum Cheftrainerin Bettina Freymann mit der gezeigten Leistung nur bedingt zufrieden ist.

Ottobeuren  Nur sieben Tage nach dem euphorisch gefeierten Aufstieg in die Handball-Oberliga stellte sich im Umfeld der Frauen des TSV Ottobeuren (TSVO) die Frage: Würde es der Noch-Bezirksoberligist schaffen, auch im folgenden Auswärtsmatch beim SC Weßling die Spannung hochzuhalten? Nach dem 39:27 (16:12)-Sieg des frisch gekürten Meisters ist man nun auf den ersten Blick geneigt, die Frage mit einem klaren „ja“ zu beantworten. Doch schaut man genauer hin, kommt man zu der Erkenntnis, dass die Leistung der Ottobeurerinnen mit dem Adjektiv „durchwachsen“ treffender beschrieben ist. In der Tabelle steht der souveräne Spitzenreiter aus dem Unterallgäu inzwischen bei 37:1-Punkten. Drei Liga-Partien stehen in der aktuellen Spielzeit noch aus.

Die TSVO-Frauen finden in der Weßlinger Sporthalle nur mühevoll ins Spiel: Weil die Abwehr zu statisch agiert und die Akteurinnen im Angriff die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen, liegen sie nach den ersten acht Minuten mit 1:4 zurück. Cheftrainerin Bettina Freymann reagiert auf den schwachen Beginn mit einer Auszeit. Beim Kräftemessen mit einem enttäuschend schwachen Gegner steigern sich die Gäste dann aber mit Fortdauer der Begegnung. Damit gelingt es ihnen nach und nach, dem Spiel die aus ihrer Sicht gewünschte Wende zu verleihen. Zur Pause führt der Aufsteiger beim Mittelklasse-Team aus Oberbayern mit 16:12.

Im zweiten Durchgang bauen die Ottobeurerinnen ihren Vorsprung dann kontinuierlich aus. Die erfahrenen Routiniers Anna Hofferek und Francesca Holland (beide 30) erzielen nun zahlreiche Treffer, die aus schnellen Tempogegenstößen resultieren. Schlussendlich feiern die „Meisterfrauen“ aus dem Allgäu einen überlegenen und gleichermaßen verdienten 39:27-Erfolg. 

Ottobeurens Cheftrainerin Freymann findet nach dem Match – vor allem bezogen auf die problematische erste Spielhälfte – ehrliche, aber auch kritische Worte: „Ich bin mir ganz sicher, dass das heute ein mentales Problem war, es ging halt einfach um nichts mehr.“ (dp)

>  Am nächsten Samstag, 14. März, spielen die TSVO-Frauen ab 17.45 Uhr zuhause gegen den TSV Landsberg. (dp)

  • Ergebnis SC Weßling – TSV Ottobeuren 27:39 (12:16).
  • Kader TSVO Torhüterinnen: Jessica Hecker, Laura Renger – Feldspielerinnen: Melanie Würsig (7 Tore/davon 1 Siebenmeter), Bianca Willner, Carolin Knittl (3), Andela Vokic (6), Emily Hackl (1), Franziska Dittmann (2), Deliah Abraham (2/2), Lena Seefelder (2), Sabrina Drechsler (1), Francesca Holland (6), Romana Albrecht (1), Lena Hölzle, Lisa Haggenmüller (2) und Anna Hofferek (6).
  • Schiedsrichter: Charlotte und Erik Melcher (beide HSG Gröbenzell-Olching).